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Labskaus
und Kölsch Von Volker
Göx
Ist Ihnen auch schon aufgefallen,
daß zur Zeit im Fernsehen nur noch Jecken zu sehen sind?
Nein, damit sind jetzt nicht Bach, Bohlen und Co. gemeint, an deren
Narret- und Pöbeleien sich das geneigte Publikum ja
mittlerweile ganzjährig erfreuen darf. Sondern die wahren, die
einzigen, die echten Närrinnen und Narrhalesen: die
Karnevalisten.
Es ist nämlich wieder einmal soweit:
Der Wahnsinn greift um sich. Die Tollitäten toben
tänzelnd total trunken durch die Säle. Die tollen
Tanten..., Verzeihung, Tage taumeln ihrem Höhepunkt entgegen -
und die Rathäuser der Region übergeben sich reihenweise.
Fast scheint es, als hätten die narrhallamarschierenden
Rheinländer inzwischen den gesamten Rest der Republik erobert
und sozusagen karnevalistisch unterjocht.
Selbst die Osnabrücker lassen sich seit
etlichen Jahren an ihrem "Ossensamstag" in bester
norddeutscher Manier scharenweise vollaufen (was sie wiederum ein
wenig von den rheinischen Narren unterscheidet). Wild
kostümiert, versteht sich. Die Geschäftsleute brettern
derweil ihre Schaufenster zu - sonst würde es in den
Läden anschließend aussehen wie bei Hempels unterm
Sofa.
Aber mal ehrlich: So manche norddeutsche
Büttenrede klingt wie der fünfte Aufguß der dritten
Wiederholung einer Comedy-Show auf..., na ja, decken wir die Kappe
des Schweigens über den Namen der Sender (einige senden
übrigens aus Köln).
Nein, Norddeutschland und Karneval, das
paßt ungefähr so gut zusammen wie Labskaus und
Kölsch. Wer das nicht glaubt, kann ja dieses oder das
nächste Wochenende nutzen, um eine der närrischen
Veranstaltungen zu besuchen und sich davon selbst zu
überzeugen.
In diesem Sinne: kommen Sie gut in den
Aschermittwoch - dann ist bekanntlich alles vorbei!
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